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09.03.2005 | TA | Nicht immer Super-Nannys

Erziehungs- und Familienberatungsstelle setzte sich mit Patentlösungen aus dem Fernsehen auseinander

Zu einem Aktionstag im Rahmen der Gesundheitswoche haben gestern die Erziehungs- und Familienberatungsstellen der AWO in Apolda und Weimar eingeladen. Dabei sollten unter anderem die Grenzen von Erziehungs-Patentlösungen aus Fernsehsendungen aufgezeigt werden.
Von Michael HOCK APOLDA.

TV-Familienhelferin SuperNanny stand gestern als Vergleichsfigur im Mittelpunkt des Aktionstages der AWO-Erziehungs- und Familienberatungsstellen in Apolda und Weimar. “Viele Klienten kommen mit den Vorstellungen aus der Femsehreihe zu uns, nicht jede dieser Ideen ist aber auch auf jede Familie anwendbar”, erläuterte die Psychologin Regina Lange, Leiterin der Apoldaer Einrichtung in der Karl-August- Straße. Oft würden solche Prozesse in den Medien gerafft und idealisiert dargestellt, der Alltag in ‘normalen’ Familien sei hingegen ein anderer. Dabei suchen seit drei Jahren immer mehr Familien aus dem Weimarer Land Unterstützung bei den beiden Beratungsstellen der AWO. Von 2002 zu 2003 und zu 2004 stieg deren Zahl um jeweils 28 auf insgesamt 434, die von den beiden Teams im Vorjahr begleitet wurden. Den Großteil machen familienbezogene Probleme aus, vor allem Konflikte zwischen Eltern und Kindern oder die Folgen von Trennung bzw. Scheidung der Eltern. Aber auch individuelle Probleme der Kinder in der Schule etwa im Zusammenhang Leistungserwartungen, Mobbing oder Gewalt, sind oftmals Ursachen. Blickt man auf die betroffenen Kinder, so lässt SIch feststellen, dass die langjährige ‘Übermacht’ der Jungen immer mehr zurückgeht. Auch beim Alter gibt es Veränderungen: Kamen bisher vorwiegend Kinder und Jugendliche im klassisehen Schulalter – meist noch in der Grundschule – zur Beratung, so haben die Drei bis Sechsjährigen inzwischen deutlich aufgeholt. Eine Erklärung der Psychologin dafür: Eltern zeigen bereits im Vorschulalter ihrer Kinder bei Auffälligkeiten eine höhere Sensibilität oder auch eine höhere Verunsicherung. Zudem scheint die Scheu vor dem Gang zu einer Beratungsstelle immer mehr abzunehmen. “Das kommt uns entgegen”, sagt Regina Lange. “Wir wollen natürlich möglichst früh helfen, daher ist es erfolgversprechender, wenn die Eltern schon mit kleinen Anliegen zu uns kommen.” Ganz frühe Hilfe bietet die Beratungsstelle beim so genannten Baby-Projekt an. Hier werden Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern unter Einsatz von Video-Aufzeichnungen beraten. Neben den beiden Psychologinnen Regina Lange (AP) und Sigrid Timmler (WE) sind in den beiden Beratungsstellen noch fünf pädagogische Fachkräfte beschäftigt.